TB-500 ist ein synthetisches, acetyliertes Heptapeptid (Ac-LKKTETQ), das der aktiven, aktinbindenden Region des vollständigen Proteins Thymosin β-4 (Tβ4) entspricht. In der Laborforschung wird seine Rolle bei der Aktinregulation, der Zellmigration, der Angiogenese und in Modellen der Geweberegeneration untersucht. Body Pharm liefert TB-500 ausschließlich für die In-vitro- und präklinische Forschung – es ist kein Arzneimittel und nicht für die Anwendung bei Mensch oder Tier bestimmt.
Was ist TB-500?
TB-500 ist ein synthetisches Peptid aus sieben Aminosäuren mit der Sequenz Ac-Leu-Lys-Lys-Thr-Glu-Thr-Gln (Ac-LKKTETQ). Diese Sequenz entspricht den Aminosäuren 17 bis 23 des körpereigenen Thymosin β-4, eines natürlich vorkommenden, aktinbindenden Proteins aus 43 Aminosäuren. Wichtig für die Forschungspraxis ist die Abgrenzung: TB-500 ist nicht identisch mit dem vollständigen Tβ4-Protein, sondern ein deutlich kürzeres Fragment, das nur einen Teil der biologischen Aktivität des Ursprungsmoleküls trägt.
Das Fragment wird isoliert untersucht, weil die enthaltene LKKTET-Sequenz in der biochemischen Literatur als jene Region kartiert wurde, die für die Bindung monomeren G-Aktins verantwortlich ist – der mutmaßliche mechanistische Ausgangspunkt für die Effekte von Tβ4 auf Zellmotilität und Gewebereparatur. Die Synthese eines kurzen Heptapeptids per Festphasen-Peptidsynthese ist zudem reproduzierbarer und kostengünstiger als die Herstellung des rekombinanten Volllängenproteins.
Warum die N-terminale Acetylierung wichtig ist
Die Acetylierung des N-terminalen Leucins blockiert den Abbau durch Aminopeptidasen und verlängert dadurch in Modellsystemen die Halbwertszeit gegenüber dem unmodifizierten Peptid, da das Enzym den veränderten Terminus nicht mehr erkennt. Für die Kalkulation molarer Konzentrationen aus einem lyophilisierten Fläschchen ist relevant, dass für Ac-LKKTETQ Molekulargewichte im Bereich von etwa 826 bis 830 g/mol angegeben werden – der genaue Wert hängt davon ab, ob der C-Terminus als freie Säure oder als Amid vorliegt.
TB-500 im Vergleich zu Thymosin β-4
Das Fragment wird eingesetzt, weil es die mutmaßliche aktinsequestrierende Aktivität von Tβ4 in einem kürzeren, besser löslichen und reproduzierbarer herzustellenden Peptid konzentriert. Der Preis dafür ist ein Verlust an Funktionalität: TB-500 lässt jene Domänen des vollständigen Proteins weg, die eigene biologische Signaturen tragen.
| Eigenschaft | TB-500 (Ac-LKKTETQ) | Vollständiges Thymosin β-4 |
|---|---|---|
| Länge | 7 Aminosäuren | 43 Aminosäuren |
| Molekulargewicht | ~826–830 Da | ~4.963 Da |
| LKKTET-Aktinbindungsmotiv | ja (Reste 17–23 von Tβ4) | ja |
| AcSDKP-Tetrapeptid (Reste 1–4) | nein | ja |
| Synthetische Reproduzierbarkeit | hoch (7-mer, SPPS) | mittel |
Das AcSDKP-Segment (Reste 1–4) zirkuliert als eigenständiges bioaktives Peptid mit dokumentierter antifibrotischer und hämatopoetischer Aktivität – Eigenschaften, die das Fragment 17–23 nicht reproduziert. Auch der C-terminale Bereich von Tβ4 wurde mit gesonderten angiogenen und immunmodulatorischen Signalwegen in Verbindung gebracht, die LKKTETQ nicht nachbilden kann.
Mechanismen, die in der Forschung untersucht werden
TB-500 wird im Hinblick auf drei miteinander verknüpfte Mechanismen untersucht, die sämtlich aus präklinischen In-vitro- und Tiermodellen zum LKKTET-haltigen Ausgangspeptid Tβ4 abgeleitet sind.
- Aktin-Sequestrierung und Zellmigration: Das LKKTET-Motiv bindet monomeres G-Aktin und beeinflusst das Gleichgewicht zwischen G-Aktin und F-Aktin, das die Reorganisation des Zytoskeletts steuert. In Modellen ermöglicht dies wandernden Zellen wie Keratinozyten, Endothelzellen und Myoblasten das Ausbilden von Lamellipodien.
- Angiogenese und VEGF-Signalübertragung: Präklinische Tβ4-Modelle zeigen eine erhöhte Expression von VEGF-Rezeptoren und eine gesteigerte endotheliale Röhrchenbildung in vitro und in vivo.
- Entzündungsmodulation: Der antiinflammatorische Effekt in präklinischen Modellen wird einer Herabregulation der NF-κB-Signalübertragung und einer verringerten Expression proinflammatorischer Zytokine wie TNF-α und IL-1β zugeschrieben.
Evidenzlage (Stand 2026)
Sämtliche berichteten Beobachtungen stammen aus der präklinischen oder anekdotischen Ebene; keine große, kontrollierte Humanstudie hat die Wirksamkeit des Fragments Ac-LKKTETQ bestätigt. Forschende sollten das Beobachtungsprofil ausdrücklich als in Zell- und Tiermodellen erhoben behandeln.
| Beobachtungsfeld | Evidenzniveau | Anmerkung |
|---|---|---|
| Wundheilung / dermale Reparatur | präklinisch (Tier) | Tβ4-Tiermodelle; fragmentspezifische Humandaten fehlen |
| Sehnen- und Bänderregeneration | präklinisch + anekdotisch | keine kontrollierte Humanstudie zu Ac-LKKTETQ |
| Entzündungsreduktion (NF-κB, TNF-α) | präklinisch (Tier/in vitro) | Mechanismus aus der Tβ4-Literatur |
| Angiogenese / Revaskularisierung | präklinisch (Tier) | VEGF-Rezeptor-Hochregulation in Tβ4-Modellen |
Handhabung im Labor: Rekonstitution und Lagerung
Im Forschungskontext wird TB-500 als lyophilisiertes weißes Pulver geliefert und vor der Verwendung mit bakteriostatischem Wasser rekonstituiert. Das bakteriostatische Wasser wird langsam an der Innenwand des Fläschchens entlang zugegeben – niemals direkt auf den lyophilisierten Kuchen – und anschließend vorsichtig geschwenkt, bis die Lösung klar ist; direkter Aufprall kann Schaumbildung und Denaturierung verursachen. Nicht schütteln.
Rekonstituierte Fläschchen werden bei 2–8 °C in einem dedizierten Laborkühlschrank, vor Licht geschützt, gelagert. Das unrekonstituierte lyophilisierte Pulver ist bei −20 °C über deutlich längere Zeiträume stabil. Wiederholte Gefrier-Tau-Zyklen einer rekonstituierten Lösung sind zu vermeiden. Konkrete Konzentrations- oder Dosierangaben für Anwendungen am Menschen werden bewusst nicht gemacht, da hierfür keine validierten Daten vorliegen.
TB-500 und BPC-157: Rationale der Forschungskombination
TB-500 und BPC-157 werden in Forschungsprotokollen häufig gemeinsam betrachtet, weil sie mechanistisch unterschiedliche Phasen der Gewebereparatur adressieren – nicht, weil kontrollierte Studien die Kombination validiert hätten. Die Überlegung lautet, dass TB-500 in der frühen proliferativen Phase Vorläuferzellen mobilisiert und die Neubildung von Gefäßen unterstützt, während BPC-157 zu angiogenen und kollagenordnenden Effekten beiträgt. Beide werden so eingeordnet, dass sie verschiedene Reparaturfenster abdecken, statt einen einzigen Signalweg zu duplizieren.
TB-500 im Body-Pharm-Sortiment
Body Pharm kombiniert TB-500 mit BPC-157 in einem einzigen Forschungspen. Siehe den BPC-157 + TB-500 32 Pen – ein kombiniertes Format, um die beiden Reparaturforschungs-Peptide gemeinsam zu untersuchen.
Regulatorischer Kontext
TB-500 ist von den einschlägigen Arzneimittelbehörden nicht als Arzneimittel registriert und besitzt keine zugelassene therapeutische Indikation. Es wird ausschließlich als Forschungspeptid gehandelt. Akkreditierte Forschungseinrichtungen können nicht registrierte Substanzen für nicht-therapeutische Arbeiten im Rahmen der jeweils geltenden Vorschriften rechtmäßig vorhalten.
Nur zu Forschungszwecken
Alle Peptide werden ausschließlich für die Laborforschung geliefert. Sie sind nicht für den menschlichen Verzehr, zur Diagnose oder Behandlung bestimmt und nicht für die Anwendung bei Mensch oder Tier vorgesehen.
